Tigeriltis
(Vormela peregusna)

Herkunft: Südosteuropa, Vorderer Orient, Klein- und Mittelasien bis Mongolei und Nordchina. Sie leben dort in trockenen, meist baumlosen Steppen, Halbwüsten und Wüsten, und wurden auch im Gebirge bis etwa 2100m gesichtet.

Aussehen: Unterseits und Schwanzspitze dunkelbraun, oberseits helleres braun - schwarz mit gelblichen und weißen Flecken und Streifen. Im Gesicht eine auffällige schwarz-weiße Musterung.  Zierlich in der Gestalt, nur 350 - 750gr. Gewicht, Rüden schwerer und massiger als Fähen. Kopfrumpflänge beträgt nur etwa 30cm, der Schwanz misst um die 15cm.

Verhalten: Über das Verhalten von frei lebenden Tigeriltissen ist sehr wenig bekannt, da sie recht zurückgezogen und scheu sind und vor allem in der Dämmerung oder der Nacht ihre Aktivitätsphasen haben.  Sie sind jedoch Ortstreu in ihren Revieren, in denen sie feste Wechsel haben, die durch Kot oder mit dem  Sekret der Analdrüsen markiert werden.
Die Nahrung besteht aus Zieseln, Hamstern und anderen Kleinnagern, aber auch Vögel werden erbeutet, wenn sich die Möglichkeit bietet.
Die Paarungszeit in der Natur ist im März, die Jungen werden nach einer Tragzeit von 56 - 63 Tagen meist im Mai geboren - es können zwischen 4-8 Welpen sein.
Tigeriltisse sind solitär lebend und treffen nur zur Paarungszeit zusammen. Sie verfügen über ein großes Repertoire an Zisch- , Kreisch- und Gurrlauten.
Fühlen sie sich bedroht, können sie ein stark riechendes Sekret gezielt in Richtung Feind abgeben.

"Tiger" in Menschenhand

Es gibt nur sehr wenige Zoos die Tigeriltisse halten, da diese durch ihr zurückgezogenes und scheues Wesen für die meisten Besucher nicht  interessant genug sind und sie sich nur in Nachttierhäusern auch tagsüber zeigen. Leider waren zudem die meisten in Zoos gezeigten Tiere Wildfänge, die mit der Gefangenschaft nicht gut zurecht kamen. Nachzuchten in Zoos sind eine Rarität.

Sehr wenige Privathalter halten Tigeriltisse, und haben sie zum Teil auch schon erfolgreich in Gefangenschaft vermehrt. Der Tigeriltis zählt zu den besonders geschützten Arten, weswegen Wildfänge eine Cites-Bescheinigung brauchen, Nachzuchtstiere benötigen diese nicht.

Es wäre schade, wenn der wunderschöne Tigeriltis zu einem "Modetier" verkommen würde, aber trotz allem sollten gewissenhafte Halter die Erhaltung dieser faszinierenden und bildhübschen Tiere anstreben.Leider wird er, da gelegentlich schon Tigeriltisse als "Tiger-Frettchen" angeboten wurden (angebliche Kreuzungen?!), oft mit den Frettchen über einen Kamm geschoren, seine Haltung gestaltet sich aber weitaus schwieriger und auch das Wesen ist ein ganz anderes - so ist der Tigeriltis kein Tier, welches gerne herausgenommen werden mag, auch wenn Nachzuchtstiere sich soweit an den Menschen gewöhnen können, dass sie der vertrauten Person gegenüber zutraulich werden.

Viele Frettchenhalter denken zudem, Tigeriltisse könnte man bedenkenlos zu den Frettchen setzen, was im schlimmsten Fall aber zum Tod einer der beiden Tiere führen könnte - sind die "Tiger" doch noch immer echte Wildtiere, die in den Frettchen einen Konkurrenten sehen - andersherum ist ein ausgewachsener Frettchenrüde einem jüngeren "Tiger" bei weitem überlegen.

Die Voliere für einen Tigeriltis sollte nach Möglichkeit die Größe von 100cm x 100 cm x 200cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Ein Gehege für die Außenhaltung mit Anschluss an ein wärmeisoliertes Haus oder einen Raum sollte mindestens 6m² besitzen und gegen Ein- und Ausbruch gesichert sein.

Unter "Links" könnt ihr eine Seite mit Infos über Tigeriltisse in Privathand finden.


Bilder mit freundlicher Unterstützung von wwww.tigeriltis.de , das Copyright liegt bei Meik Gettel - Danke, Meik :-)