
Frettchenhaltung
Frettchen sind absolut keine Käfigtiere. Sie brauchen viel Freiraum, den ganzen Tag in einem Käfig eingesperrt zu sein ist kein Frettchengerechtes Leben. Ein Käfig für die Zeitweilige Unterbringung ist jedoch in vielen Fällen eine notwendige und sicher auch gute Lösung. Dieser Käfig sollte aber groß und geräumig sein, egal wie viel Auslauf sie nun genießen können.
Es gibt mehrere Arten, wie man Frettchen halten und pflegen kann und die die Bedürfnisse der Tiere erfüllt. Jede hat so seine Vor und Nachteile.
1. Käfig im Haus / in Wohnung
Die vermutlich „gängigste“ Art der Frettchenhaltung: Die Tiere besitzen einen Käfig in der Wohnung und bekommen regelmäßig ihren Freilauf.
Wie gesagt, sind Frettchen keine Käfigtiere. Der Käfig sollte also so oft wie möglich am Tage geöffnet sein. Für einen Käfig für 2 Frettchen sollte man mindestens 2m² einplanen – je größer, umso besser! Für jedes weitere Frettchen sollten mindestens 0,5m² mehr eingeplant werden.
Es ist wichtig, dass der Käfig so groß ist, dass die Frettchen auch dort spielen und sich bewegen können.

Richtig geeignete Käfige sind im Handel nicht zu bekommen. Man muss also selber bauen oder einen Schreiner beauftragen.
Der Käfig kann zum Beispiel ein umgebauter Kleiderschrank sein, man kann aber auch völlig frei selber etwas bauen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch kann man eine oder mehrere große Vogel Volieren Frettchengerecht umbauen und verbinden.
Auf jeden Fall sollte der Käfig mehrere Etagen besitzen, so dass man Schlaf- , Fress- , Klo- , und Spielbereich voneinander trennen kann. Die Etagen sollten eine Höhe von ca. 50-60cm aufweisen.
Miteinander verbinden kann man die einzelnen Ebenen zum Beispiel mit Drainagerohren – Frettchen lieben es, dort hindurch zu laufen.
Frettchen sollten übrigens nie auf Einstreu gehalten werden – sie verschleppen ihr Futter und würden so die Streu mitfressen – das kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen!
Geeignete Untergründe: Leicht zu reinigende Flächen,
bei Außenhaltung evt. Stroh oder Heu (es darf nicht stauben) im Schlafhaus,
ansons
ten Tücher und Stoffe.
Auch wichtig: Eine Schlafhöhle. Diese wird sehr gerne von Frettchen genutzt. Sie sollte ca. 30x40x30cm groß sein und aus stabilen, nicht leicht schimmelnden Holz bestehen und muss Luftlöcher zur Zirkulation besitzen. Ausgelegt werden kann sie mit weichen Tüchern und Stoffen.
Grundausstattung für einen Käfig mit zwei Frettchen:
- Stabiler, schwerer Napf (Keramik etc)
- Nippeltränke o. Wasserschüssel
- Je nach Käfiggröße ein oder mehrere Katzenklos
- Schlaftücher
- Hängematten etc.
Auch ein sehr großer Käfig sollte so oft und so lange wie möglich am Tage geöffnet sein damit die Frettchen toben können.
2. Frettchenzimmer im Haus/Wohnung
Sollte man das Glück haben, einen Unbenutzen, hellen Raum zu haben kann man seinen
Frettchen ein eigenes Reich bauen.
Der Raum sollte natürlich absolut Frettchensicher sein – keine Spalten, schwere Gegenstände
die leicht umkippen könnten und so weiter.
Man kann auch hier seiner Fantasie freien Lauf lassen. Es ist Geschmackssache, ob man
trotz eigenem Raum den Frettchen noch einen Käfig baut. Dieser kann in einigen Situationen
auch nützlich sein: Bei der Eingewöhnung eines neuen Frettchens in die Gruppe, bei einer
gründlichen Reinigung des Raumes, in Krankheitsfällen eines oder mehrerer Frettchen oder
auch nach Operationen etc.
Der Frettchenraum sollte einen leicht zu reinigenden Boden haben. Ausstatten kann man ihn
ganz nach seinem Geschmack und Budget. Katzenkratzbäume, Pappkartons , mehrere
Schlafhöhlen, Hängematten, Drainagerohre oder Pappröhren, ein altes Sofa oder alten
Korbstuhl zum klettern, ….
An den Wänden können auch oft leicht Laufbretter angebracht werden, so dass sie klettern
und springen können.
Auch hier sollten die Tiere bei Anwesenheit seines/seiner Besitzer natürlich auch in der Wohnung laufen können, damit sie viel Kontakt zu ihren Menschen haben.
3. Käfig auf dem Balkon
Wenn man eine Balkon oder eine Terasse hat, kann man seine Frettchen auch dort halten. Hier gilt eigentlich dasselbe wie für die Haltung in der Wohnung, der Käfig muss jedoch absolut ausbruchssicher und Wind und Wetterfest sein und darf nicht in der prallen Sonne stehen. Die Schlafhöhle muss auch für die Wintermonate isoliert werden.
Auch bei dieser Haltung ist der tägliche Freilauf wichtig. Soll dieser auf dem Balkon stattfinden muss dieser so gesichert sein, das die Frettchen nicht über das Geländer entkommen oder stürzen können. Sie dürfen keine Möglichkeit haben, über den Balkon zu entkommen, da sie sich durch einen Sturz schwere bis lebensbedrohliche Verletzungen zufügen könnten oder nach einen überlebten Sturz entlaufen und man sie nicht wieder findet.
Die Frettchen dürfen auch nicht von einem Gegenstand aus die Möglichkeit haben über das Geländer zu kommen – Frettchen können teilweise bis zu einem Meter weite Sprünge vollführen und bis zu 70cm hoch springen!
4. Freie Wohnungshaltung
Frettchen kann man auch wie Katzen frei in der Wohnung halten – jedoch muss man die Wohnung dann wirklich 100% sicher machen!
Jeder Spalt muss verschlossen sein, Frettchen kriechen auch in die kleinste Ritze! Vor allem in der Küche und im Bad muss man daher auch von unten alle Schränke und Armaturen absichern, es dürfen keine Gegenstände umzuwerfen sein und keine giftigen Chemikalen oder ähnliches erreichbar sein. Einige Frettchen können durchaus Schränke, Schubladen und Schranktüren öffnen – auch Kühlschränke können von einigen ohne Probleme geöffnet werden.
Die gesamte Wohnung muss so eingerichtet sein, dass die Frettchen gefährliche oder zerbrechliche Dinge nicht erreichen können und sich auch nicht selber in Gefahr bringen können. Am allerbesten sucht man Kontakt zu jemand, der seine Frettchen auch frei in der Wohnung hält und lässt sich dort Tipps geben. Frettchen zeigen aber auch beim Freilauf selber sehr gut, wo man noch etwas verbessern muss :)
Bei dieser Haltung sind Frettchen oftmals sehr stubenrein und sehr ausgeglichen. Ein kleiner Rückzugskäfig sollte immer bereit stehen – alleine schon für den Fall, dass man doch einmal seine Tiere einsperren muss.
5. Außengehege
Sollte man einen eigenen Garten haben, kann man auch sehr gut ein schönes, geräumiges Außengehege für die Frettchen bauen.
Für 2 Tiere sollten es mindestens 6m² sein, wenn sie
nur draußen gehalten werden. Mit Freilauf in der Wohnung liegt die Mindestgröße
bei 3m².
Das Gehege sollte Wind- und Wetterfest sein. Am besten überdacht und zu 2 Seiten geschlossen. Der Boden sollte mit Waschbetonplatten ausgelegt sein, denn Frettchen sind Weltmeister im Buddeln.
Man sollte auch einen starken Draht verwenden.
Das Außengehege sollte man abwechslungsreich einrichten. Man kann auch hier Laufbretter und Etagen einbauen, größere Äste dienen zum klettern, hohle Baumstämme als Verstecke. Wenn man kann, sollte man auch eine „Buddelkiste“ zur Verfügung stellen – Beispielsweise ein nicht gebrauchtes Käfigoberteil aus nicht rostenden Materialen einbuddeln, so das die Tiere dort bis in eine gewisse Tiefe graben können , oder alternativ eine größere Wanne zu 2/3 mit Erde füllen und einen Eingang mit Treppe oder Drainagerohr legen. So geht nicht allzuviel daneben und die Tiere können buddeln.
Das Schlafhaus sollte etwas erhöht stehen und
isoliert für den Winter sein. Wasser friert im Winter sehr schnell ein, es gibt
aber teilweise schon beheizte Tränken zu kaufen.
Bei
dieser Art der Haltung haben die Tiere die Möglichkeit, die
Jahreszeiten mitzuerleben. Sie bekommen oftmals wunderschönes,
dichtes Fell (vor allem im Winter), sind selten krank und haben keinen
„gestörten“ Hormonhaushalt wie einige Tiere aus reiner
Wohnungshaltung (Fähen und Rüden kommen sehr jung in die
Ranz, bzw. Mitten im Winter
etc)
Aber man muss auch bedenken, das bei reiner Außenhaltung oftmals ein nicht ganz so enger Kontakt besteht wie bei der Wohnungshaltung. Man muss auch bei Regen und Schnee raus und mit ihnen spielen und sie saubermachen. Vor allem im Winter oder im Herbst ist dies nicht immer angenehm.
Wenn die Tiere aber auch regelmäßig ins Haus kommen, ist dies eine sehr gute Haltungsform. (siehe: „Kombinierte Innen/Außenhaltung“)
6. Kombinierte Innen/Außenhaltung
Hierbei haben die Frettchen sowohl die Möglichkeit, im Haus oder draußen zu sein – im optimalen Fall können sie selber entscheiden wo sie sein möchten.
Die Ausstattung sollte eine Kombination aus Innenhaltung und Außenhaltung sein – also draußen Isoliertes Schlafhaus, keine Ausbruchsmöglichkeit, drinnen Käfig mit Hängematten, mehreren Klos etc.
Beispiel: Gehege im Garten nahe am Haus, verbunden durch ein Rohr mit einem Käfig oder ein Zimmer im Haus. Die Tiere können so ein und aus gehen.
Beispiel 2: „Hauptkäfig“ im Haus mit ständiger oder Zeitweiser Verbindung in ein Gehege auf der Terrasse/im Garten.
Beispiel 3: Käfig im Haus, Verbindung auf den
Frettchensicheren Balkon.
Man könnte hier noch viele weitere Beispiele geben. Diese Art der Haltung ist vermutlich mit der ganz freien Wohnungshaltung, bzw. Frettchenzimmerhaltung und dem Außengehege die beste Möglichkeit.
Meine Haltung
Meine Frettchen leben mit mir in der Wohnung. Sie haben einen Käfig mit den Maßen 2,7m x 0,6m x 1,5m mit 3 Ebenen. Dieser kann nach Bedarf in bis zu 6 Einzelkäfige von 1,35m x 0,6m x 0,5m abgetrennt werden (Urlaubstiere, Krankheitsfälle, Abgabetiere, Welpenaufzucht). Die Grundfläche beträgt knappe 5m² , durch Zwischenebenen wird dieser Fläche aber noch vergößert. Zudem haben sie ein 17m² Zimmer ganz für sich, in dem sie nach Belieben toben können.